Anthropic muss 1,5 Milliarden Dollar wegen Urheberrechtsverletzung zahlen, doch bei der Auszahlung herrscht Chaos
Autoren und Verlage streiten um die Aufteilung des 1,5-Milliarden-Dollar-Vergleichs mit Anthropic, dem größten Urheberrechtsvergleich der US-Geschichte. Anthropic muss 3.000 Dollar pro illegal heruntergeladenem Buch zahlen, das zum Training seines Chatbots Claude genutzt wurde. Über 482.000 Titel sind betroffen.
Doch bei der Auszahlung melden Autoren und Verlage wiederholt konkurrierende Ansprüche beim Vergleichsverwalter an, berichtet die New York Times. Mary Rasenberger, Chefin der Authors Guild, sagt, viele Verlage führten keine genauen Aufzeichnungen über zurückgefallene Rechte. Besonders Lehrbuchautoren seien betroffen und manche erhielten laut Vertrag nur 10 bis 15 Prozent. Auch Literaturagenturen beanspruchen laut Writer Beware Anteile, obwohl sie keinen Anspruch haben.
Autorin April Henry entdeckte beispielsweise, dass HarperCollins Rechte an einem Buch beanspruchte, die längst an sie zurückgefallen waren. Eine Ratgeberautorin berichtete, ihr Verlag wolle ihr nur 10 Prozent zugestehen. Ein Gericht hatte Anthropics Nutzung illegal beschaffter Bücher als rechtswidrig eingestuft, das Training mit legal erworbenen Büchern aber als "Fair Use" bewertet. Bei ungelösten Streitfällen soll ein gerichtlich bestellter Schlichter entscheiden.
KI-News ohne Hype – von Menschen kuratiert
Mit dem THE‑DECODER‑Abo liest du werbefrei und wirst Teil unserer Community: Diskutiere im Kommentarsystem, erhalte unseren wöchentlichen KI‑Newsletter, 6× im Jahr den "KI Radar"‑Frontier‑Newsletter mit den neuesten Entwicklungen aus der Spitze der KI‑Forschung, bis zu 25 % Rabatt auf KI Pro‑Events und Zugriff auf das komplette Archiv der letzten zehn Jahre.
Jetzt abonnieren